Teilgenommen haben angehende Kaufleute für Marketingkommunikation, Medienkaufleute Digital und Print sowie Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftsgymnasiums (Jahrgangsstufe 12). Das Projekt wurde durch die Politiklehrerin Gunja Schau initiiert und von Wenke Steinwart und Sina Oesterling (EUROSOC#DIGITAL) durchgeführt und verfolgt das Ziel, junge Menschen für einen verantwortungsvollen, kritischen und reflektierten Umgang mit sozialen Medien zu sensibilisieren. Dabei stehen unter anderem die Themen Desinformation, Algorithmen, digitale Meinungsbildung, politische Kommunikation und demokratische Teilhabe im Mittelpunkt.
Vom Scrollen zum Nachdenken: Social Media kritisch hinterfragt
Während des Projekttages arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in ihren Klassen intensiv an unterschiedlichen Fragestellungen aus der Welt der sozialen Medien. In Gruppen analysierten sie aktuelle Entwicklungen, diskutierten Chancen und Risiken digitaler Plattformen, entwickelten eigene Positionen und erarbeiteten Lösungsansätze zu Themen wie Fake News, Hate Speech, Influencer-Marketing, Filterblasen oder dem verantwortungsvollen Umgang mit persönlichen Daten.
Fragen an die Politik – Antworten aus erster Hand
Den Abschluss bildete eine Podiumsdiskussion, bei der die Ergebnisse der Gruppenarbeiten vorgestellt und mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener demokratischer Parteien diskutiert wurden.
Zu Gast am Ludwig-Erhard-Berufskolleg waren
- Kathrin Gebel (Die Linke) – Mitglied des Deutschen Bundestages (MdB), frauenpolitische Sprecherin sowie stellvertretende Fraktionsvorsitzende
- Simone Wendland (CDU) – Mitglied des Landtags Nordrhein-Westfalen (MdL)
- Richard Mannwald (Bündnis 90/Die Grünen) – persönlicher Mitarbeiter der Landtagsabgeordneten Dorothea Deppermann (MdL) sowie Landtagskandidat
- Jan Bläs (SPD) – Mitglied des Unterbezirksvorstandes der SPD und Landtagskandidat
- Sebastian Lieske (CDU) – Vorsitzender der Ortsunion Amelsbüren
Deepfakes und Desinformation als Herausforderung für die Demokratie
Ein besonderer Schwerpunkt der Abschlussdiskussion lag auf den Chancen und Risiken neuer KI-Technologien. Gemeinsam diskutierten die Schülerinnen und Schüler mit den Politikerinnen und Politikern über Deepfakes, manipulierte Bilder und Videos, die Kennzeichnung KI-generierter Inhalte durch Disclaimer sowie Möglichkeiten der Verifizierung vertrauenswürdiger Informationen. Dabei wurde deutlich, dass technische Entwicklungen zwar viele neue Möglichkeiten eröffnen, zugleich aber auch neue Anforderungen an Medienkompetenz, Gesetzgebung und Plattformbetreiber stellen. Die Schülerinnen und Schüler brachten ihre Sichtweisen und Erwartungen engagiert ein und formulierten konkrete Anregungen für mehr Transparenz und Aufklärung im digitalen Raum.
Die Politikerinnen und Politiker betonten, dass sie die Impulse und Fragestellungen aus dem Austausch in ihre weitere politische Arbeit – unter anderem im Bundestag und Landtag Nordrhein-Westfalen – mitnehmen wollen. Gerade die Perspektiven junger Menschen seien wichtig, um tragfähige Lösungen für den verantwortungsvollen Einsatz Künstlicher Intelligenz und sozialer Medien zu entwickeln.
Ein Projekttag, der zum Mitdenken und Mitdiskutieren anregte
Das Projekt zeigte eindrucksvoll, wie politische Bildung und Medienkompetenz miteinander verknüpft werden können. Die aktive Mitarbeit in den Workshops sowie die lebhafte Diskussion mit den Gästen machten deutlich, dass sich junge Menschen intensiv mit den Chancen und Herausforderungen digitaler Kommunikation auseinandersetzen und bereit sind, Verantwortung für einen respektvollen und demokratischen Umgang im Netz zu übernehmen.











